In den 80er Jahren schien alles „Go big or go home“ zu schreien, nicht nur metaphorisch (wer nicht wagt, gewinnt auch nicht), sondern auch in seiner wörtlichen Bedeutung.

Übertreibung war die Devise: bei der Größe der Objekte, bei der Menge der Einrichtungsgegenstände und Accessoires, bei der Wahl der Materialien. Ein mitunter dekadenter Luxus, mit viel Gold und Neontönen, betonter Modernität oder Anspielungen auf die Renaissance.

Das Wichtigste war, wie gesagt, die Übertreibung.

Ein Hotel in Palm Beach in den 1980er Jahren, enthalten im Bunch Decoration and Design for the 80s von Pamela Ferguson, 1983
Progetto dal libro The Media Design Book di Philip Mazzurco, 1984 (fonte: The 80s Interior)

Projekt aus dem Buch The Media Design Book von Philip Mazzurco, 1984 (Quelle: The 80s Interior)

Etwas von diesem Vermächtnis ist bis heute erhalten geblieben und beeinflusst Jahr für Jahr die Lookbooks der meist zitierten Innenarchitekten und Möbelhersteller. Die Verweise auf die wilden Jahre der Popkultur sind offensichtlich, allerdings in aufgelockerter Form.

Extrem hohe Decken, eine Einrichtung im Club-Stil, große Panoramafenster und moderne Formen: ein Luxus, der die „lauten“ Elemente der 1980er Jahre beseitigt, aber gleichzeitig deren Grandeur beibehält und sich vom skandinavischen Minimalismus inspirieren lässt.

Die Maxisessel bleiben und die Kissen gehen, die aufwendigen Kronleuchter bleiben, aber Schnickschnacks und Deko-Objekte verschwinden komplett. Wenige, auffällige Elemente, die aber sorgfältig ausgewählt wurden.

Der Effekt ist der einer Einrichtung im James-Bond-Stil der ersten Stunde: ein futuristisches, minimalistisches und gehobenes Design.

Die Verkleidung von Kos Palazzetti

Für größere Räume bedeutet die Rückkehr zur Vergangenheit auch die Wiederentdeckung der Liebe zum Kamin, der in den Häusern der High Society der 80er Jahre ein allgegenwärtiges Statussymbol war.

Allerdings wird er jetzt mit modernen, maßgefertigten Verkleidungen und mit einer offensichtlich technologischen Ausstrahlung gewählt.

Wie die des Kamins WT, der seine Effizienz mit der futuristischen Design-Verkleidung Kos verbindet: eine weiße Marmorhalbinsel bildet einen auffälligen Kontrast zum Sockel aus Eichenholz und die Struktur, die bis zur Decke reicht, schafft ein unvergessliches Spiel der Volumen.

Ein Traum mit offenen Augen, aber nicht ganz.